Schweizer Internet-Service-Provider protestieren gegen Backdoor-Pflicht

Aus IT-Services Dipl.-Ing. Andreas Gross
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Ich wurde als Internet-Service-Provider (ISP) von Schweizer Überwachungsbehörden angeschrieben, dass ich ein Hintertürchen bei den eMail-Fächern meiner Kunden einrichten soll. Statt zu kooperieren wagte ich den Schritt an die Öffentlichkeit, indem ich dieses Schreiben publizierte: Schweizer Staatssicherheit möchte gerne mitspielen bei den Global Players

Zu dem Thema erschien ein Artikel "Exklusiv! Bund forciert Realtime-Internet-Überwachung" in www.inside-channels.ch über CH-Abhör-Pflichten: http://news.community36.ch/redirect/?id=4075

Andere ISPs in der Schweiz protestierten ebenfalls und reagierten mit empörten Leserbriefen.

ChTrojaner.gif

Doch die Schweizer Staatsschützer setzen noch einen drauf: Sie wollen nicht nur den eMail-Verkehr mitlesen (wie das ECHELON-System der amerikanischen NSA das schon seit den 90ern vormacht), sondern wollen Trojaner auf den Computer der Zielpersonen installieren, um alles mitlesen zu können. Auch nach amerikanischen Vorbild, denn die NSA macht das schon seit über 10 Jahren, wie man in Artikeln meiner Kategorie IT-Sicherheit (s.u.) nachlesen kann.

Hierzu der Bericht der Zeitung: Exklusiv! Symantec & Co. wollen auch den Schweizer Staatsschutz abwehren http://www.inside-it.ch/frontend/insideit?&site=ii&_d=_article&news.id=11449

Die Zeitung schrieb: "Wir konfrontierten verschiedene wichtige Hersteller von Security-Software mit drei Fragen: Wird ihre Software einen allfälligen "Bundestrojaner" erkennen? Wird sie ihn abwehren und blockieren? Gab es Kontakte mit Schweizer Behörden, zum Beispiel der Bundespolizei (Fedpol) oder dem politischen Geheimdienst (DAP - Dienst für Analyse und Prävention)?"

Eine interessante Fragestellung. Kriegt man denn da auch eine vernünftige Antwort?

... die Antwort von Microsoft. Urs Küderli, Chief Security Advisor von Microsoft Schweiz, sagt: "Auch wenn Microsoft die Bedürfnisse von Regierungen und Geheimdiensten versteht, wäre es mit unserer Prinzipien der Trustworthy Computing Initiative unvereinbar, geheime Zugänge zu unserer Plattform zuzulassen oder zu unterstützen."

Diese Heuchelei von Microsoft regte mich auf: Also schrieb ich einen Leserbrief, der auch abgedruckt wurde:

"Lügen gehört zum Handwerk der Geheimdienste. Das ist bestimmt nichts neues. Aber dass auch Firmen wie Microsoft heucheln, um die Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit (kurz StaSi) aus Gründen der Nationalen Sicherheit (kurz NS) zu vertuschen könnte Viele überraschen.

Ich verweise als Beweis auf diese Enthüllung: http://wikileaks.org/wiki/Cryptome.org_takedown:_Microsoft_Global_Criminal_Compliance_Handbook,_24_Feb_2010

Dort ist für jeden ein geheimes Dokument von Microsoft downloadbar, das zeigt, wie Microsoft mit der Stasi kooperiert und ihre Schnittstellen für NS-Zwecke zur Verfügung stellt.

Da ich diesen Bundestrojaner nicht mehr auf meinem PC dulden möchte, habe ich schon vor über einem Jahr das Windows Betriebssystem gelöscht und durch Linux-Ubuntu ersetzt.

Ich bin sehr zufrieden damit, nicht nur wegen der dadurch erlangten Sicherheit!

Gruss

Andreas Gross

(Hinweis für den Schweizer Stasi: ich bin übrigends nicht der Nationalrat Andreas Gross, sondern ein anderer. Nur damit die Fiches auch stimmen!)

P.S.

Ich bin der Geschäftsführer des gleichnamigen Internet-Service-Providers im Kanton Zug, der auch von der ÜPF aufgefordert wurde, meine Kunden zu bespitzeln. Als Deutscher in der Schweiz darf ich es mir jedoch nicht so leicht machen und alles befolgen, was man mir befiehlt. Denn mit dem NS-Hintergrund in Deutschland, den Blockwarten etc ist man denn doch wacher geworden für die Verantwortung des Einzelnen rechtzeitig NEIN zu sagen.