Vorsorgemassnahmen gegen Internet-Abschaltung auf Regierungsbefehl

Aus IT-Services Dipl.-Ing. Andreas Gross
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"Deutschland hat nicht immer Anspruch auf Demokratie" kündigte Kanzlerin Angela Merkels in ihrer Rede am 16. Juni 2005 an.

Die Regierung Mubarak hat heute am 28. Februar 2010 für Ägypten das Internet und die Mobiltelefonie abgeschaltet, um die Proteste und Demonstrationen eindämmen zu können. Die Polizei darf auf mutmassliche Demonstranten schiessen und die Welt nichts davon erfahren, was dort geschieht.

Auch der US-Präsident hat sich kürzlich das Recht herausgenommen, im Krisenfall das Internet bis zu 3 Monate abzuschalten. Internetzensur ist also nicht ein Privileg offensichtlich totalitärer Staaten.

Was, wenn wir plötzlich ohne Internet da stehen: Heute basieren auch Geldtransfers, Telefonie, Faxe, eMails u.v.a.m auf dem Internetprotokoll. Die Wirtschaft wäre blockiert, Verständigungsmöglichkeiten der Menschen untereinander auf Nachbarschaftliche Zusammenkünfte reduziert. Aber gerade in solchen Krisenfällen wäre es eine reine Überlebensfrage, dass weiterhin kommuniziert werden kann.

Ich fordere also alle denkenden Menschen dazu auf, Vorsorge zu treffen und sicher zu stellen, dass die wichtigsten Kommunikationslinien auch ohne Regierungsgnade offen bleiben: emails, Faxe, Telefonate. Und das ist heute mit sehr geringem Aufwand möglich. Das Rad muss nicht neu erfunden werden:

Die durch ihre Notfunk-Aktivitäten bekannt gewordene indische Amateurfunkstation VU4RBI einige Tage vor der Tsunami-Katastrophe 2004.

Wenn in Krisenzeiten und Katastrophen die etablierten Kommunikationslinien zusammenbrechen, war ein Gruppe immer da und hat geholfen, wenn selbst Polizei und Feuerwehr hilflos waren: Die CB- und Amateurfunker. Beispiele aus der Geschichte gibt es zu Hauf: Bei Flutkatastrophen und Hochwasser, bei Erdbeben und 911, immer waren die Amateurfunker zur Stelle und retteten Menschenleben.

Gut, das wäre der Sprechfunk, aber was ist mit digitalen Kommunikationen wie eMail, Fax, Telex, Internet?

Genau das gleiche, denn es gibt im Amateurfunk auch sogenannte digitale Betriebsarten:

es gibt uns sogar im All:

Und auch der CB-Funk (für Jedermann ohne Ausbildung nutzbar) hat eine Digitale Betriebsart, über die man ohne großen Aufwand Nachrichten (emails) weiterleiten kann: von einem zum nächsten, batteriegetrieben, d.h. auch bei Stromausfall. Reichweite bis 30 km. CB-Funk-Geräte kosten so um die 100-300 Fr.

Und wenn wir schon dabei sind, uns auf Krisen vorzubereiten: Die Verschlüsselung für unsere Nachrichten, damit niemand mitlesen kann: GPG

Denn der Feind hört und liest weltweit seit Jahrzehnten alles mit: Echelon

Mit GPG könnten wir also eMails verschlüsseln und unbehelligt kommunizieren und mit Notfunk stellen wir sicher, dass es auch dann noch klappt, wenn die Regierung das Internet ausstellt (die USA hat dazu gerade ein Ermächtigungsgesetz geschaffen).

Neues muss dafür nicht erfunden werden, das haben andere alles schon gemacht, wir müssen es nur noch für uns nutzen, wenn wir da eine Notlage auf uns zukommen sehen.

Die oben genannte Digitalfunk-Szene ist ein wenig schlapp geworden, sie war in den 90ern total im Kommen, wurde dann jedoch vom kostengünstigen Internetangebot nahezu erdrückt. Angesicht der neuen Tatsachen müssen wir erkennen, dass "die Deutschen nicht ewig einen Anspruch aufs Internet haben".

Ich schlage daher vor, wir bereiten uns vor. Jeder sollte sich ein CB-Funkgerät mit Digitalanschluss für seinen Computer anschaffen. Zumindest ein kostengünstiges und kleines Handgerät mit Batterien. Manche auch größere Basisstationen mit grösseren Antennen auf dem Haus mit Reichweiten bis 50 km. Damit kann die Digitale Kommunikation unabhängig vom Wohlwollen "der da Oben" fortgeführt werden.

Dazu sollte ein erfahrener Amateurfunker oder ein Profi ein Projekt erarbeiten, in dem Laien empfohlen wird, was sich jeder genau anschaffen sollte: CB-Funkgeräte, Computerschnittstelle, Antennen, Notstromaggregat.

Vielleicht ist es jedoch professioneller, wirksamer, sicherer nicht mit CB-Funk zu arbeiten, sondern eine Reihe von Amateurfunkern auszubilden, die ein Kommunikationsnetz garantieren können. - Aber das ergibt sich aus der Projektausarbeitung des o.g Funkprofis/Funkamateurs.

Wenn einer das Thema anpackt, soll er mich informieren, damit ich von dieser Seite auf seine Infos weiterleiten kann. Ich würde sie bei Bedarf auch gerne hier publizieren. Zum Nutzen der Allgemeinheit.

Kategorie: IT-Sicherheit